26 Monologe von Goethe, Schiller, Lessing, Kleist und Büchner: Frauen- und Männerrollen, dramatisch und komisch, viele unter zwei Minuten. In der Tabelle stehen Genre, Rolle und Dauer, auf der Seite des Monologs die Situation, der volle Text und die Ausgabe. Such dir einen aus und probe ihn in qbuddy.
Sortiert nach Autor und Jahr. Die Minuten sind die geschätzte Dauer, laut gesprochen. Über den Namen der Figur kommst du zur Seite mit der Situation und dem vollen Text.
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Aus den gemeinfreien Texten, nach Bekanntheit geordnet, wie wir sie einschätzen. Zu jedem die Situation in wenigen Sätzen; Text und Ausgabe stehen auf seiner Seite.
Wilhelm Tell, Friedrich Schiller, 1804 · 357 Wörter
Die hohle Gasse bei Küßnacht. Tell wartet mit der Armbrust auf den Landvogt Geßler, der ihn gezwungen hat, den Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen. Der stille Jäger rechtfertigt vor sich selbst den ersten Mord seines Lebens. Hier der erste Teil des Monologs, bis zum Schwur auf die Bogensehne.
Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe, 1808 · 427 Wörter
Nacht, ein enges gotisches Studierzimmer. Faust hat alle vier Fakultäten studiert und weiß, dass er nichts weiß. Er zieht Bilanz über ein Leben zwischen Büchern, verflucht das Mauerloch, in dem er sitzt, und wendet sich der Magie zu: Er will erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Der Anfang des Eröffnungsmonologs, ungekürzt bis zum Zeichen des Makrokosmos.
Faust. Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe, 1808 · 133 Wörter
Gretchens Stube, am Spinnrad, allein. Sie hat Faust zweimal gesehen, und nichts ist mehr, wie es war. Das Lied am Spinnrad ist ein Monolog in Strophen: Sehnsucht, die sich nicht beruhigen lässt.
Maria Stuart, Friedrich Schiller, 1801 · 396 Wörter
Vierter Aufzug, Elisabeth allein. Das Todesurteil für Maria liegt auf dem Tisch. Elisabeth hadert mit dem Volk, dessen Gunst sie braucht, mit Maria, die ihr alles streitig macht, mit dem Makel ihrer Geburt. Sie redet sich zur Unterschrift und unterschreibt. Den Befehl, das Urteil zu vollstrecken, gibt sie nicht.
Die Räuber, Friedrich Schiller, 1781 · 380 Wörter
Franz hat dem alten Moor einen gefälschten Brief über seinen Bruder Karl vorgelesen und ihn aus dem Zimmer getrieben. Allein geblieben, legt er seine Rechnung offen: die Natur, die ihn hässlich und als Zweiten geboren hat, das Gewissen, die Blutliebe. Aus dem Eröffnungsmonolog des Schurken, gekürzt auf den Kern.
Iphigenie auf Tauris, Johann Wolfgang von Goethe, 1787 · 363 Wörter
Hain vor Dianens Tempel auf Tauris. Iphigenie, Priesterin wider Willen, tritt aus dem Tempel und spricht aus, was sie jahrelang verschwiegen hat: das Heimweh nach Griechenland und das Los der Frau, die nirgends über sich bestimmt. Der Eröffnungsmonolog, in Blankversen.
Woyzeck, Georg Büchner, 1837 · 211 Wörter
Mariens Stube. Marie hat Woyzeck mit dem Tambourmajor betrogen, und Woyzeck weiß es. Allein mit dem Kind blättert sie in der Bibel, liest von der Ehebrecherin und von der Sünderin, die Jesus die Füße salbt, und kann nicht beten. Büchners knappste Frauenszene.
Der zerbrochne Krug, Heinrich von Kleist, 1811 · 211 Wörter
Gerichtsstube in Huisum. Frau Marthe klagt wegen eines zerbrochenen Kruges und beschreibt dem Gericht erst einmal, was der Krug war: die ganze niederländische Geschichte auf einem Stück Ton. Ein Paradestück für komische Wut, vor einem Richter, der selbst der Täter ist.
Nathan der Weise, Gotthold Ephraim Lessing, 1779 · 229 Wörter
Der Sultan hat Nathan zu sich bestellt und, statt Geld zu fordern, gefragt, welcher Glaube der wahre sei. Allein geblieben, wittert Nathan die Falle und sucht den Ausweg, der ihn zur Ringparabel führt. Ein Mann, der denkt, während er spricht, in Blankversen.
Was fehlt: Dürrenmatt und Frisch, alle Lebenden wie Jelinek, dazu neuere Übersetzungen von Shakespeare und Tschechow. Die Rechte liegen bei den Autorinnen und Autoren und ihren Verlagen. Für einen solchen Text nimm das Textbuch deiner Produktion oder den Monolog aus deiner gekauften Ausgabe und lade ihn in die App.
Faust. Der Tragödie erster Teil · Johann Wolfgang von Goethe
Habe nun, ach! Philosophie, Juristerey und Medicin, Und leider auch Theologie! Durchaus studirt, mit heißem Bemühn. Da steh’ ich nun, ich armer Thor! Und bin so klug als wie zuvor;
Faust · 427 Wörter · 3 Min. laut gesprochen
Faust. Der Tragödie erster Teil · Johann Wolfgang von Goethe
Erhabner Geist, du gabst mir, gabst mir alles, Warum ich bat. Du hast mir nicht umsonst Dein Angesicht im Feuer zugewendet. Gabst mir die herrliche Natur zum Königreich, Kraft, sie
Faust · 234 Wörter · 2 Min. laut gesprochen
Faust. Der Tragödie erster Teil · Johann Wolfgang von Goethe
Meine Ruh’ ist hin, Mein Herz ist schwer; Ich finde sie nimmer und nimmermehr. Wo ich ihn nicht hab’ Ist mir das Grab, Die ganze Welt Ist mir vergällt. Mein armer Kopf Ist mir verr
Gretchen · 133 Wörter · 1 Min. laut gesprochen
Faust. Der Tragödie erster Teil · Johann Wolfgang von Goethe
Ach neige, Du Schmerzenreiche, Dein Antlitz gnädig meiner Noth! Das Schwert im Herzen, Mit tausend Schmerzen Blickst auf zu deines Sohnes Tod. Zum Vater blickst du, Und Seufzer sch
Gretchen · 147 Wörter · 1 Min. laut gesprochen
Maria Stuart · Friedrich Schiller
O dank, dank diesen freundlich grünen Bäumen, Die meines Kerkers Mauern mir verstecken! Ich will mich frei und glücklich träumen, Warum aus meinem süßen Wahn mich wecken? Umfängt m
Maria Stuart · 108 Wörter · 1 Min. laut gesprochen
Maria Stuart · Friedrich Schiller
O Sklaverei des Volksdiensts! Schmähliche Knechtschaft – Wie bin ichs müde, diesem Götzen Zu schmeicheln, den mein Innerstes verachtet! Wann soll ich frei auf diesem Throne stehn!
Elisabeth · 396 Wörter · 3 Min. laut gesprochen
Maria Stuart · Friedrich Schiller
Geh’, falsche, gleißnerische Königin! Wie du die Welt, so täusch’ ich dich. Recht ist’s, Dich zu verrathen, eine gute That! Seh’ ich aus wie ein Mörder? Lasest du Ruchlose Fertigke
Mortimer · 209 Wörter · 2 Min. laut gesprochen
Wilhelm Tell · Friedrich Schiller
Durch diese hohle Gasse muß er kommen, Es führt kein andrer Weg nach Küßnacht – Hier Vollend ichs – Die Gelegenheit ist günstig. Dort der Hollunderstrauch verbirgt mich ihm, Von do
Wilhelm Tell · 357 Wörter · 3 Min. laut gesprochen
Wilhelm Tell · Friedrich Schiller
Mein lieber Herr und Ehewirth! Magst du Ein redlich Wort von deinem Weib vernehmen? Des edeln Ibergs Tochter rühm ich mich, Des viel erfahrnen Mann’s. Wir Schwestern saßen, Die Wol
Gertrud Stauffacher · 147 Wörter · 1 Min. laut gesprochen
Die Räuber · Friedrich Schiller
Ich habe grosse Rechte, über die Natur ungehalten zu seyn, und bey meiner Ehre! ich will sie geltend machen. – Warum bin ich nicht der erste aus Mutterleib gekrochen? Warum nicht d
Franz Moor · 380 Wörter · 3 Min. laut gesprochen
Die Räuber · Friedrich Schiller
Weg mit diesem Bild! weg, feige Memme! was zagst du und vor wem? ist mirs nicht die wenige Stunden, die der Graf in diesen Mauren wandelt, als schlich immer ein Spion der Hölle mei
Franz Moor · 366 Wörter · 3 Min. laut gesprochen
Die Räuber · Friedrich Schiller
Höre sie nicht, Rächer im Himmel! – Was kann ich dafür? Was kannst du dafür, wenn deine Pestilenz, deine Theurung, deine Wasserfluten, den Gerechten mit dem Bösewicht auffressen? W
Karl Moor · 149 Wörter · 1 Min. laut gesprochen
Emilia Galotti · Gotthold Ephraim Lessing
Eben hatt’ ich mich! – weiter von dem Altare, als ich sonst pflege, – denn ich kam zu spät – auf meine Knie gelassen. Eben fieng ich an, mein Herz zu erheben: als dicht hinter mir
Emilia Galotti · 259 Wörter · 2 Min. laut gesprochen
Emilia Galotti · Gotthold Ephraim Lessing
Stecken Sie bey Seite! geschwind bey Seite! – Mir – wird die Gelegenheit versagt, Gebrauch davon zu machen. Ihnen wird sie nicht fehlen, diese Gelegenheit: und Sie werden sie ergre
Gräfin Orsina · 214 Wörter · 2 Min. laut gesprochen
Emilia Galotti · Gotthold Ephraim Lessing
Klagen, nichts als Klagen! Bittschriften, nichts als Bittschriften! – Die traurigen Geschäffte; und man beneidet uns noch! – Das glaub’ ich; wenn wir allen helfen könnten: dann wär
Der Prinz · 79 Wörter · 1 Min. laut gesprochen
Der zerbrochne Krug · Heinrich von Kleist
Nichts seht ihr, mit Verlaub, die Scherben seht ihr; Der Krüge schönster ist entzwei geschlagen. Hier grade auf dem Loch, wo jetzo nichts, Sind die gesammten niederländischen Provi
Frau Marthe Rull · 211 Wörter · 2 Min. laut gesprochen
Der zerbrochne Krug · Heinrich von Kleist
Drauf – wie ich über’n Lindengang mich näh’re, Bei Marthens, wo die Reihen dicht gewölbt, Und dunkel, wie der Dom zu Utrecht, sind, Hör’ ich die Gartenthüre fernher knarren. Sieh d
Ruprecht · 124 Wörter · 1 Min. laut gesprochen
Das Käthchen von Heilbronn · Heinrich von Kleist
Nun will ich hier, wie ein Schäfer liegen und klagen. Die Sonne scheint noch rötlich durch die Stämme, auf welchen die Wipfel des Waldes ruhn; und wenn ich, nach einer kurzen Viert
Der Graf vom Strahl · 397 Wörter · 3 Min. laut gesprochen
Woyzeck · Georg Büchner
„Und ist kein Betrug in seinem Munde erfunden worden“ ... Herrgott, Herrgott! Sieh mich nicht an! (Blättert weiter.) „Aber die Pharisäer brachten ein Weib zu ihm, so im Ehebruch le
Marie · 211 Wörter · 2 Min. laut gesprochen
Woyzeck · Georg Büchner
Das Messer? — Wo ist das Messer? — Ich habs da gelassen. — Näher, noch näher. — Mir graut’s — Da regt sich was. Still! — Alles still und todt. — Mörder! Mörder! Ha! da ruft’s. Nein
Woyzeck · 191 Wörter · 1 Min. laut gesprochen
Woyzeck · Georg Büchner
Meine Herren und Damen! Hier sind zu sehen das astronomische Pferd und der geographische Esel! Die Creatur, wie sie Gott gemacht hat, ist nix, gar nix! Sehen Sie die Kunst! Schon d
Ausrufer · 172 Wörter · 1 Min. laut gesprochen
Woyzeck · Georg Büchner
Es war einmal ein arm Kind und hatt’ keinen Vater und keine Mutter — war Alles todt und war Niemand auf der Welt, und es hat gehungert und geweint Tag und Nacht. Und weil es Nieman
Alte Frau · 177 Wörter · 1 Min. laut gesprochen
Iphigenie auf Tauris · Johann Wolfgang von Goethe
Heraus in eure Schatten, rege Wipfel Des alten, heil’gen, dichtbelaubten Haines, Wie in der Göttinn stilles Heiligthum, Tret’ ich noch jetzt mit schauderndem Gefühl, Als wenn ich s
Iphigenie · 363 Wörter · 3 Min. laut gesprochen
Nathan der Weise · Gotthold Ephraim Lessing
Hm! hm! — wunderlich! Wie ist Mir denn? — Was will der Sultan? was? — Ich bin Auf Geld gefaßt; und er will — Wahrheit. Wahrheit! Und will sie so, — so baar, so blank, — als ob Die
Nathan · 229 Wörter · 2 Min. laut gesprochen
Dantons Tod · Georg Büchner
Nein, laß mich einmal so. Meine Mutter war eine kluge Frau; sie sagte mir immer: die Keuschheit sei eine schöne Tugend. Wenn Leute in’s Haus kamen, und von manchen Dingen zu sprech
Marion · 486 Wörter · 4 Min. laut gesprochen
Dantons Tod · Georg Büchner
Es ist doch was wie Ernst daran. Ich will einmal nachdenken. Ich fange an, so was zu begreifen. Sterben — Sterben —! — Es darf ja Alles leben, Alles, die kleine Mücke da, der Vogel
Lucile · 154 Wörter · 1 Min. laut gesprochen
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